Girsberger Elektronik AG
Allgemeine Fragen zu Lawinenverschütteten-Suchgeräten (LVS)


 

Girsberger Elektronik AG  HelpPoint

Kann man sich auf die in den technischen Daten angegebenen Reichweite-Angaben verlassen ?
LVS-Hersteller geben aus Konkurrenzgründen gerne unrealistisch hohe Such-Reichweiten an. Der in den technischen Daten unter dem Begriff 'maximale Reichweite' jeweils genannte Wert ist zwar in vielen Fällen objektiv messbar, gilt aber nur unter absolut idealen Bedingungen (keine Umgebungsstörungen, starker und präziser Sender, Sender und Empfänger ideal ausgerichtet, etc.), welche in der Praxis kaum je vorkommen. Um LVS-Geräte hinsichtlich Empfangsreichweite vergleichen zu können eignet sich die sogenannte 'Suchstreifenbreite' viel besser. Dieser Wert ist ausschliesslich auf die Praxis bezogen und berücksichtigt alle Faktoren, welche die Suchreichweite ungünstig beeinflussen können, wie z.B. schlechte Batterien und ungenaue Frequenz beim Sendegerät, ungünstige Ausrichtung von Sender und Empfänger, etc. Die Suchstreifenbreite, die jeder Hersteller selber für sein Gerät ermittelt, ist aussen am Gehäuse gut sichtbar aufgedruckt. Die allseits anerkannte Methode der Ermittlung der Suchstreifenbreite wurde von Felix Meier entwickelt. Sie ist in der Publikation 'Ermittlung der Suchstreifenbreite für Lawinenverschütteten-Suchgeräte' detailliert beschrieben.

Darf ich in meinem Barryvox Lithium-Batterien oder wiederaufladbare Batterien verwenden ?
Lithium-Batterien haben den Vorteil, dass sie bei tiefen Temperaturen (< -10 Grad) wesentlich leistungsfähiger sind als Alkaline-Batterien. Zudem bleibt die Spannung bis ganz am Schluss praktisch konstant. Das verunmöglicht es aber der in jedem Barryvox eingebauten Batteriezustandsanzeige die noch vorhandene Batteriekapazität zuverlässig anzuzeigen. Es kann also beispielsweise passieren, dass beim Einschalten das Barryvox noch 80% Batteriekapazität anzeigt, die Batterien aber anschliessend nach 10 Minuten vollständig entladen sind. Bei wiederaufladbaren Batterien (z.B. NiCd- oder NiMH-Akkus) verläuft die Entladekurve ähnlich flach, zusätzlich ist noch die Selbstentladung sehr gross. Frisch aufgeladene Batterien entladen sich innerhalb von wenigen Wochen selbst, auch wenn sie nie gebraucht werden. Im übrigen dürfen auch keinesfalls die billigen Kohle-Zink Batterien verwendet werden, da diese bei tiefen Temperaturen völlig unbrauchbar sind.

Fazit:
In Barryvox-Geräten dürfen nur qualitativ hochwertige Alkaline-Batterien von Markenherstellern verwendet werden. Zudem gilt: Pro Batteriesatz nur Batterien vom gleichen Typ sowie mit gleichen Ladezustand verwenden.

Ausgelaufene Batterien
Verschiedene Batteriehersteller geben an, ihre Batterien seien auslaufsicher. Langjährige Erfahrungen zeigen aber, dass dies nur in den wenigsten Fällen stimmt. Vor allen wenn die Batterien stark entladen sind, ist die Gefahr des Auslaufens am grössten. Ausgelaufene Batteriesäure hat vielfach unreparierbare Schäden zur Folge. Diese sind durch die Gerätegarantie nicht gedeckt. Bitte beachten Sie deshalb unbedingt folgende Vorsichtsmassnahmen:

- Nur Qualitätsbatterien von Markenherstellern verwenden
- Batteriefach und Batteriekontakte sauber und trocken halten
- Bei längerem Nichtgebrauch des Gerätes Batterien herausnehmen (z.B. im Frühjahr)

Mein Barryvox sendet nicht obwohl die Batterien in Ordnung sind
Zur Abstrahlung der Sendeenergie verfügen alle LVS über eine eingebaute Ferritstab-Antenne. Diese ist präzis auf die Sendefrequenz von 457 kHz abgestimmt. Grössere Metallteile im Umkreis von max. ca. 20 cm können nun die Ferritantenne verstimmen. Das Resultat ist eine mehr oder weniger starke Reduktion der Sendeleistung. Bei allen Barryvox Geräte kann sich dies dadurch äussern, dass die Sendeanzeige (LED) nicht mehr blinkt, obwohl das Gerät (mit reduzierter Leistung zwar) weiter sendet. Falls Sie nun feststellen, dass im Sendemodus die Sendeanzeige nicht blinkt, kommt für die Fehlfunktion primär ein Antennenbruch in Frage. Bevor Sie das Gerät aber zur Überprüfung in die Servicestelle senden, überprüfen Sie bitte unbedingt folgendes:

- Sind die Batterien in Ordnung ?
- Befinden grössere Metallteile in Gerätenähe oder liegt das Gerät auf einer Matallplatte ?

Funktioniert mein Barryvox auch mit gebrauchten Batterien noch einwandfrei ?
Falls die Batterieanzeige anzeigt, dass die Batterien noch brauchbar sind, funktioniert Ihr Barryvox einwandfrei. Beachten Sie jedoch, dass die Sendeleistung mit der Batteriespannung abnimmt. Dies hat naturgemäss eine reduzierte Sendereichweite zur Folge. Wir empfehlen Ihnen deshalb, spätestes neue Batterien einzusetzen, wenn die Kapazität der Batterien unter 50% fällt. Detailliertere Angaben zu diesem Thema finden Sie bei den entsprechenden Gerätetypen.

Herzschrittmacher und LVS
Namhafte Hersteller von Herzschrittmachern haben die Barryvox-Modelle VS 68, VS 2000 (Pro) und OPTO 3000 hinsichtlich Beeinträchtigung der ordnungsgemässen Funktion von Herzschrittmachern geprüft. Es wurden dabei keinerlei negative Einflüsse festgestellt, selbst wenn das betr. Barryvox-Geräte im Sendebetrieb in unmittelbarer Nähe des Herzschrittmachers getragen wurden. Trotzdem kann keine Garantie dafür übernommen werden, dass dieser Sachverhalt für alle Typen von Herzschrittmachern und Lawinenverschütteten-Suchgeräten gilt.

Mein Barryvox ist von 2 Meter Höhe auf eine Betonplatte gefallen. Es scheint aber noch zu funktionieren. Muss es trotzdem kontrolliert werden?
Das Gerät sollte in einer Servicestelle auf allfällige Schäden überprüft werden.

Norm EN 300718 für Lawinenverschütteten-Suchgeräte
Lawinenverschütteten-Suchgeräte dürfen per Gesetz nur verkauft werden , wenn sie der Norm EN 300718 entsprechen. Diese europäische Sicherheitsnorm ist weltweit anerkannt und stellt sicher, dass alle LVS-Geräte der verschiedenen Hersteller kompatibel sind, d.h. sie gewährleistet z.B., dass ein 20-jähriges LVS des Herstellers A mit einem neu entwickelten LVS des Herstellers B geortet werden kann und umgekehrt. In der Norm EN 300718 sind alle elektrischen und mechanischen Anforderungen zusammengefasst, welche die LVS-Geräte erfüllen müssen. Zudem sind auch die Umweltbedingungen beschrieben, unter denen die Geräte einwandfrei funktionieren müssen. Die Norm EN 300718 kann unter www.etsi.org/services_products/freestandard/home.htm heruntergeladen werden.

Warum ist in der Norm für LVS keine Reichweite in Metern festgelegt ?
Eine vorgegebene Reichweite kann auf verschiende Arten realisiert werden: Ein starker Sender wird mit einem wenig empfindlichen Empfänger gepaart oder ein schwacher Sender wird mit einem hochempfindlichen Empfänger gepaart. Wird nun aber der schwache Sender mit dem wenig empfindlichen Empfänger gepaart, so ergibt sich eine signifikant reduzierte Reichweite. Deshalb gibt die Norm eine minimale Sendefeldstärke und eine minimale Empfängerempfindlichkeit vor, um eine minimale Reichweite unter den Geräten verschiedener Hersteller sicherzustellen. Diese Grössen haben auch den Vorteil, dass sie mit physikalischen Messinstrumenten gemessen werden können und somit keinen subjektiven Einflüssen ausgesetzt sind.

Warum können Lawinenverschütteten-Suchgeräte keine Kennung aussenden, damit man bei Mehrfachverschüttungen ihre Signale zuordnen kann ?
Wenn man das Funksignal so verändert, dass eine Kennung übertragen wird, so hört man im Empfänger anstelle des Tones ein Zischen. Zudem wäre die Reichweite einer derartigen Übertragung wesentlich geringer als die Reichweite des Tonsignales. Die Chancen, für Lawinenverschütteten–Suchgeräte eine zweite Frequenz international reserviert zu bekommen, welche für derartige Zwecke verwendet werden könnte, ohne die bisherige Tonübertragung zu stören, sind gleich Null. Die einzige Möglichkeit besteht darin, diese Kennung auf einer Frequenz, welche mit anderen Diensten geteilt werden muss, auszusenden.

Warum sind Lawinenverschütteten–Suchgeräte so viel teurer als Handys, obwohl sie eher weniger Funktionen enthalten ?
Der gesamte Weltmakt für Mobiltelefone beträgt zurzeit (2007) ca. 1'000'000'000 Stk. (eine Milliarde !) pro Jahr. Der Weltmarkt für LVS liegt zurzeit bei ca. 150'000 Stk. pro Jahr. Der Faktor 1'000'000'000 / 150'000 = ~6'600 macht den Unterschied








 



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